Foto: Karlgeorg Martin

 

FELDSCHÜTZENHÄUSLE, von Walter Hawlick

Das Häusle auf dem Braunacker steht schon seit sehr langer Zeit dort oben, es diente als allgemeiner Unterstand, wenn man bei der Feldarbeit von einem Gewitter überrascht wurde. Vor allem aber war es für den Braunackerschützen gedacht, denn in früherer Zeit hatte man neben dem normalen Feldschützen ab Herbst, in der Erntezeit, noch einen Braunackerschützen nur für dort oben.

Es ging hauptsächlich um das Obst und andere Feldfrüchte. Denn auf dem Braunacker gab es wegen der guten Beschaffenheit des Bodens (Anm. der Redaktion: Das wussten schon die Kelten und Römer.) hauptsächlich Äcker- und keine Wiesen wie heute. Das Gelände war damals durch einen Wildzaun gegen Wildschaden geschützt. Der Braunackerschütz hielt sich zeitweise auch bei Nacht dort oben auf, es war im Häusle hinten eine Pritsche angebracht, dass er sich hinlegen konnte.

Das Obst hatte früher einen sehr hohen Stellenwert wegen des Mostes. Auch gute Äpfel und vor allem Birnen gab und gibt es heute noch: Geishirtle, Zuckerbirne, Palmischbirne, Wadelbirne usw., die sehr gut schmecken. Auch Zwetschgen und Pflaumen gab es zu bewachen. Als Kind wurde man mehrmals in der Woche mit Leiterwägele und Sack zum Obstauflesen auf den Braunacker geschickt, dass nichts verloren ging.

Ab dem 11. November, Martini, wurde das Obst, das noch nicht abgeerntet war, amtlich für jedermann freigegeben, das sogenannte Afterbergen.

aus: Waldenbucher Entdeckungen. Kleindenkmale & Kleinkunst. Seite 14. Hrsg. FWV e.V.

 



 


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